Armstrong Siddeleys im Schwarzwald…

Dieses Jahr ging es also in den Schwarzwald. Seit 20 Jahren gibt es nun die deutsche „Armstrong Siddeley Group“, die sich jährlich an unterschiedlichen Orten für ein langes Wochenende trifft. Für uns war es die fünfte Tour – und die erste Reise in den Schwarzwald seit über 30 Jahren. Neun Vertreter der Marke waren anwesend, was wohl ungefähr ein Viertel der in Deutschland bekannten Siddeleys sein dürfte. Man stelle sich das bei einem VW- oder Mercedestreffen vor….

Ein Hotel in Baiersbronn-Schönmünzach diente als Standort für diverse Touren am Wochenende und wurde von den Fahrzeugen mit der Sphinx auf dem Kühler in Beschlag genommen. Zu den drei Vorkriegs-Siddeleys, vier Sapphire 346 und zwei der raren Star Sapphire gesellten sich noch zwei Cousins aus Coventry, ein Riley RMA und ein Jaguar XJ.

Freitags ging es sehr früh und auf direktem Wege ins Mercedeswerk Rastatt, wo A- und B-Klassen zusammengeschweisst und – geklebt werden. Trotz der durchaus beeindruckenden Fertigungstechnik (wo sind nur die ganzen Arbeiter im Karosserierohbau geblieben?) kann ich mich für diese modernen Plastikfahrzeuge generell nur wenig erwärmen und belasse es dabei lieber bei einem Bild von der Fahrt.

Am Nachmittag dann ein Höhepunkt des Wochenendes: Das Fahrzeugmuseum Marxzell. Automobile, Motorräder, Schreibmachinen, Aschenbecher, Schuhcremedosen, Werbeschilder,… ja, sogar ein Helikopter, Straßenbahnen und Lokomotiven. Allesamt über Jahrzehnte gesammelt und auf den ersten Blick wahllos in eine Reihe von Hallen gestellt.

Teils mit dicken Staubschichten und Spinnweben versehen, hat man des öfteren den Eindruck, gerade einen verwunschenen Scheunenfund entdeckt zu haben…

Sogar unter dem Dach stehen noch rare automobile Antiquitäten abgestellt. Unglaublich… ich dachte immer, solche Museen gäbe es nur in England! Geradezu magisch – und schwer, sich von diesem Ort loszureissen.

Am Samstag war der für das ganze Wochenende angesagte Regen dann tatsächlich eingetroffen und mühte sich redlich, das Nässedefizit der vergangenen Tage auszugleichen. Es goss in Strömen, als wir das (wahrscheinlich) schöne Baden-Baden besuchten. Immerhin grüßte uns in den SWR-Fernsehstudios standesgemäß eine (halbe) Sphinx, wenn auch nur aus Styropor geformt.

Die Schwarzwaldhochstraße ließen wir uns vom Wetter dennoch nicht vermiesen. Wunderschöne Landschaften mit Nebelschwaden, die aus den Wälder aufstiegen. Wer braucht schon Sonne am Steuer eines britischen Klassikers? Der wasserscheue Fotograf vielleicht, daher keine Bilder…

Der Sonntag führte uns schließlich noch ins Unimogmuseum nach Gaggenau. Neben einer Ausstellung von Universalmotorgeräten aller Art konnte man dort auch in einem modernen Unimog über eine teils verheerende Teststrecke mitfahren. Eine Härteprüfung für lose Füllungen…

Viel zu schnell war das Jubiläumstreffen vorbei und eine Armada von Armstrong Siddeleys setzte sich in Bewegung Richtung Heimat. Ein wunderbares Wochenende…

…wenn da nicht noch dieser Reifenplatzer gewesen wäre. Bei 130 auf der Autobahn, 20m vor dem „Willkommen in Rheinland-Pfalz“-Schild, von dem uns eine fröhliche Familie fast schon hämisch entgegenstrahlte. Als ob sie sagen wollten „Hättet ihr mal lieber doch die A-Klasse aus Rastatt mitgenommen…“ Shocking…Für Fahrer und Beifahrerin klassischer englischer Limousinen gilt es natürlich auch in solch einer geradezu entwürdigenden Situation, Contenance und Stil zu wahren. Selbst dann, wenn die am Vortag vermisste Sonne ihr Bestes gibt und der vorbeieilende Verkehr den Reifenwechsel zur Mutprobe (die ich dann getrost einem furchtlosen AvD-Mann überliess) werden lässt.

Doch trotz des unsanften Willkommens hatten wir es schließlich in die heimische Garage geschafft… Zeit und ein neuer Reifen heilt bekanntlich alle Wunden, so dass wir schon mit Freuden dem 21. Treffen der deutschen Armstrong Siddeley-Gemeinde entgegensehen!

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