German Armstrong Siddeley Tour 2012…

So langsam wird es auch für uns zur Tradition. Zum nunmehr 13. Mal fand die ‚German Armstrong Siddeley Tour‘ (GAST) in Deutschland statt; für uns das vierte Mal. Als Ziel hatten die Organisatoren Peter und Kerstin das Münsterland ausgewählt, das wir bis dahin noch nie besucht hatten. So steuerten wir mit unserem Sapphire am Donnerstag den Gutshof Meier-Gresshoff in Oelde an, unser Hotel für das lange Wochenende.

Leider kamen wir nicht sehr weit, denn bereits nach 50km stieg die Kühlwassertemperatur massiv an – und im Einklang dazu meine Herzfrequenz. Kurz vor Erreichen der ‚H'(ot)-Markierung rollten wir auf einem Autobahnrastplatz aus, um den überschäumenden Kühler zu bewundern. War der nicht gerade erst frisch gelötet worden? Statt sich der aufkommenden Wut auf die Handwerkszunft hinzugeben, riefen wir den ADAC an, denn mit Bordmitteln war nichts zu machen. Nur noch mehrmals die Automarke am Telefon buchstabiert (A-R-M-S-T-R-O-N-G.. ja, wie der Musiker…), dann begann die angekündigte Wartezeit von einer Stunde… aus der bald zwei wurden… dann drei…. nach VIER Stunden erreichte uns schließlich der ersehnte Abschleppdienst. Nächstes Mal sollten wir am Telefon vielleicht einfach ‚Opel Corsa‘ sagen? Egal, der Sapphire fand sich rasch in der heimischen Werkstatt wieder. Für die Fahrt mit einem anderen Auto war es inzwischen aber zu spät, so dass wir die Anreise auf den folgenden Morgen verschoben.

Freitag früh fiel die Wahl spontan auf den 1959er Faltdachkäfer, der ja bekanntlich läuft und läuft und läuft – und bei dem auch garantiert kein Kühler kochen kann.

Im gefühlten Tiefflug ging es mit 34PS von der Mosel ins Münsterland. Hungrig und sinnigerweise pünktlich *nach* dem Mittagessen stießen wir bei Schloss Nordkirchen auf die Armstrong Siddeley-Freunde…um festzustellen, dass die Siddeley-Population dieses Jahr ungewöhnlich dünn war: 6 Siddeleys von 1934 bis 1960 waren vor Ort; zwei Vorkriegsfahrzeuge waren aufgrund der Distanz nicht angetreten und durch Stuttgarter Produkte ersetzt; neben unserem 346 hatte auch Peters Star Sapphire kurzfristig Malaisen entwickelt und wurde ebenfalls spontan durch einen Käfer vertreten. Vielleicht lag es ja an der 13. Tour?

Aberglaube hin oder her, auch 6 Armstrong Siddeley wirken vor dem Gutshof sehr dekorativ:

Und hier 5 der 7 (oweia, schon wieder 13 – Autos diesmal) Ersatz- und Besucherautos:

Passend zur Unglückszahl (so langsam wird mir das doch unheimlich…) fing es kurz nach Abfahrt von Nordhausen wie aus Kübeln an zu schütten. Unserem Besuch bei der Sportwagenmanufaktur Wiesmann in Dülmen tat dies freilich keinen Abbruch. Auch wenn solche, mit BMW-M-Motor ausgestatteten, Flitzer nicht ganz mein Geschmack sind, war die handwerkliche Art der Fertigung eine Augenweide. Leider konnte auch diese nicht die Insovenz im folgenden Jahr abwenden, nach 1,600 in 25 Jahren produzierten Fahrzeugen.

Erfreulicherweise zeigte sich der Samstag von seiner besten Seite. Strahlende Sonne und sommerliche Temperaturen ließen uns das Münsterland bei offenem Faltdach genießen. Über Schloss Harkotten von Korff ging es nach Warendorf – endlich lernten wir die für ihre Pferde berühmte Stadt kennen, bislang war uns nur das Kennzeichen WAF ein Begriff gewesen. Aus unerfindlichen Gründen hatte ich in Warendorf leider das Fotografieren vergessen…

Sonntag noch ein letzter sonniger Besuch im Haus Nottbeck und ein deftiges westfälisches Mittagsmahl, dann ging es wieder auf die Autobahn Richtung Süden.Für uns auf Achse, für diesen 1934er 12HP auf dem Trailer.

Tapfer konnte unser Käfer noch mit Kerstins 1302 und Garys gemächlich dahingleitendem Star Sapphire mithalten, bis sich Autobahnen und Wege trennten. Nach gut 1,000km waren wir wieder daheim, diemal wenigstens ohne dampfenden Kühler… Auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr!

Bildergalerie (zum Vergrößern auf die Vorschaubilder klicken)

Ein Gedanke zu „German Armstrong Siddeley Tour 2012…

  1. Hartmut Zobst

    Es freut mich, daß es Sie auf Ihrer Tour in meine Heimat, das Münsterland, verschlagen hat. Für gewöhnlich sind hier vor allem Motorradfreunde anzutreffen.
    Nach dem anfänglichen Pech sind doch noch richtig schöne Bilder rausgekommen und ich nehme an, daß Ihre Fahrt sehr angenehm war. Bei beruhigendem Tuckern des Motors, Fahrtwind im Haar und einer beschaulichen Geschwindigkeit erhält das Wort „reisen“ wieder seine wahre Bedeutung zurück.

    mit freundlichen Grüßen
    Ihr Hartmut Zobst

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